Ohne Mama geht es nicht

Wir haben ja wieder ein Kleinkind, dass seinen ersten Winter im Kindergarten verbringt. Wie sagte mal ein befreundeter Kinderarzt? „Ach ja, 20 Infekte sind im ersten Jahr in der Kita für ein Kleinkind normal.“ Den Satz hab ich auch nicht vergessen. Das Eltern allerdings von den Infekten immer ein paar mitnehmen schon. Verdammt – es hat uns also alle niedergestreckt. Besser gesagt, Kind2 war nicht niedergestreckt, sondern hustete viel und schlief wenig. Kind1 hat sich mit seinen fast 5 Jahren ein verdammt gutes Immunsystem aufgebaut und hüpft quietschfidel durch die Gegend. Dafür hat es den weltbesten Mann der Welt und mich umgehauen. Immerhin leicht nacheinander, aber leider arg überschneidend.
Für die Situation „Kind krank. Eltern arbeiten“ ist man ja spätestens seit dem Rückkehrgespräch (alternativ Bewerbungsgespräch) mit dem Chef super vorbereitet – irgendwie haben alle Familien mehrere Fallback-Lösungen. Home Office, Notfallbabysitter oder Oma/Opa. Die Oma reist bei manchen Freundinnen sogar von sehr weit her an, wenn die Viren zuschlagen. Leider bewahrheitet sich grad zumindest in unserer Familie, dass die Großeltern sich auch schnell die Infekte der Enkel aufhalsen. Meine Mama ist als Apothekerin mit jahrzehntelanger Berufsausübung unter einer Kinderarztpraxis meines Wissens so gut wie nie krank geworden in den letzten Jahren. Aber kaum geht sie in Rente und ist unsere beste „Gesund-Mach-Oma“, bekommt sie alles an Krankheiten ab, die rumschwirren.
Wie auch immer – wenn die Kinder krank sind, findet sich irgendwie doch immer eine Lösung, alles einigermaßen unter einen Hut zu bekommen.
Aber das die Eltern ausfallen, ist einfach nicht vorgesehen. Da ich mich in der letzten Zeit sehr oft in den Apotheken unserer Nachbarschaft und auf dem Sofa aufgehalten hab, kam ich mal wieder dazu das Apothekenblatt „Baby und Familie“ zu lesen (was ich ganz gut und informativ finde). Passenderweise gab es einen netten Artikel zum Thema „wann bekomme ich eine Haushaltshilfe?“. Leider stand auch drin, dass man bei Krankheiten wie „Erkältungen“ keine bekommt. Wer allerdings schon mal abends mit Schüttelfrost und Fieber zwei Kinder versorgt und ins Bett gebracht hat, sich mit Magen-Darm um einen zahnenden Säugling kümmern musste oder wie ich diese Woche komplett ohne Stimme die Rasselbande bändigen und trösten muss, weiss, dass es sehr gemein ist, keine Unterstützung zu bekommen. Wenn der Partner dann grad beruflich eingespannt ist oder selbst krank wird, kannst du es echt vergessen. Und Freunde bewegen sich auch nur noch selten in die Virenkeimhöhle namens „deine Wohnung“. Verständlich.
Ich hätte trotzdem gerne Unterstützung gehabt. Denn so ein Haushalt mit zwei Kids schmeisst sich nicht von alleine. Und Ruhe kehrt auch meist erst spät ein. Ich kann mich ja eigentlich nicht beschweren, denn unsere Kids haben einen Vollzeitkitaplatz und den hab ich an den Auskuriertagen auch absolut voll ausgenutzt – ging gar nicht mehr anders. Aber wenn du allein mit eins, zwei, vielen Kinder ganz- oder halbtags erkrankt zu Hause bist, ist das keine Freude. Und die vier / fünf Stunden zwischen Kitaabholung und „Alle Mann im Bett“ (und Mama schläft als erste ein) waren diese Woche echt kräftezehrend… Ich plädier also für eine Ausweitung der Haushaltshilfen!
Und wünsche uns gute Besserung, damit wir bald wieder das Energielevel der Kids erreichen 😉 Und allen anderen da draussen in der gleichen Situation auch! Anima sana in corpore sano…