Morgendlicher Murmeltier-Mamawahnsinn #momsrock

Morgendlicher Murmeltier-Mamawahnsinn #momsrock

Und endlich ist Ruhe eingekehrt – Kind2 schlummert friedlich, Kind1 bastelt noch etwas Lego mit Papa. Aber nein, es geht gar nicht um die abendlichen Einschlafrituale, sondern – täglich grüßt das Murmeltier – um den morgendlichen Aufstehchaosablauf.
Im Oktober hat Lucie Marshall zu einer Blogparade #momsrock eingeladen. Denn kritisieren das können Mütter leider ganz gut – vor allem sich selbst. Gewissensbisse, „Hättest du doch“ oder „Mist, das hab ich übersehen“-Kopfkino-Vorwürfe sind leicht im eigenen Hirn verankert. Selten, dass man sich selbst auf die Schulter klopft und sagt: „Und das hast du jetzt richtig gut gemacht!“ Vor allem im Alltag mit Kindern ist es schwierig, innezuhalten und positiv zu reflektieren. Der weltbeste Mann der Welt und ich machen das zwar ab und zu mal in ruhigen Elternmomenten (also meist, wenn die Kinder schlafen), aber es könnte viel öfter sein. So, also hat Lucie dazu aufgerufen, darüber zu bloggen, wann man als Mutter mal was richtig gut gemacht hat. Man hätte auch über andere schreiben dürfen – und das wär mir ehrlicherweise viel leichter gefallen. Meine Freundin, die mit zwei dicht beieinander geborenen Kids, vollzeitnahem und anspruchsvollem Teilzeitjob ihren Alltag so super hinbekommt, obwohl ihr Mann unter der Woche in einer anderen Stadt arbeitet; die entspannte Erstmama mit ihrem Baby, die meist ebenfalls längere Zeit alleine ist; eine chronisch erkrankte Freundin, die ihre zweite Schwangerschaft trotz zweifelnder Ärzte super durchsteht und sich nicht aus der Ruhe bringen lässt; die von Geburt an alleinerziehende Kollegin, die ihren tollen Sohn nun schon fast bis ins Erwachsenenalter großgezogen hat und und und… Da gäbe es so viele tolle Mamas alleine in meinem Freundeskreis! Aber Lucie schlug vor, vor allem sich selbst zu loben.

Und heute – nach sechs Wochen Überlegen – ist mir endlich etwas eingefallen. Beziehungsweise aufgefallen. Als ich um 8:20 Uhr im Auto saß und ich ein paar Minuten Ruhe hatte, bevor der Arbeitsalltag in der Kommunikationsabteilung wieder über mich hereinbrach. Wie toll es eigentlich ist, was wir Eltern morgens eigentlich alles schon so leisten. In den knapp zwei Stunden bis ins Büro habe ich

  • mich fertig gemacht und geschminkt
  • ein Kinderbett und die Bettwäsche aus gegebenem Anlass abgezogen
  • eine Wäsche angemacht, ausgeräumt, aufgehängt und Trockner angeworfen
  • die nächste Wäsche für später programmiert
  • ein Kind geduscht und dessen Haare gewaschen
  • mit Prinzessin Sternenzauber Anti-Ziep-Spray gewirbelt und mit der Bürste versucht die langen nassen Haare vom nicht erfreuten Kind wieder zu entwirren
  • zwei Windeln gewechselt beim widerspenstigem Baby
  • beide Kinder angezogen, Zähne geputzt und fertig gemacht
  • frischen Smoothie für alle aus bald zu verzerrendem Obst im Wunderkessel gezaubert
  • Frühstücken
  • Den linken Ärmel – da babynah – der Businessbluse mit Feuchttuch von Leberwurst- und Fruschkäseresten befreit
  • Abgewaschen
  • Ein Bilderbuch vorgelesen
  • bei den Nachbarn angerufen, weil wir den Nachbarssohn vermissten, der sonst immer an bestimmten Tagen mit uns mitfährt
  • Mittagessen für die Firma zusammengestellt und eingepackt
  • ausgiebig gelacht und Kind2 durchgekitzelt
  • den Frühstückstisch abgeräumt
  • die Musiksachen für Kind1 zusammengesucht
  • die Einkaufsliste aktualisiert
  • beide Kinder angezogen und aus der Wohnung nach unten begleitet
  • Und da Väter – vor allem der weltbeste Mann der Welt – auch rocken (#dadsrock) hat Papa auch so einiges übernommen wie: trauriges Kind mehrfach trösten und mit ihm kuscheln, Frühstück für alle machen und decken, aufräumen, Sachen zusammensuchen und vieles mehr. Bis dahin, dass er meist beide Kinder in die Kita morgens bringt. Und das als früher mal ausgesprochener Morgenmuffel! Diese Marotte auszuleben, dafür hat er aber in dem morgendlichen Familienwahnsinn gar keine Zeit mehr 😊…

    Also ich finde wir Mütter äh Eltern rocken – vor allem morgens. Was wir so alles ungesehen wegschaffen bevor wir auch nur einen Fuß ins Büro setzen – das verdient Applaus! Und das war nur ein normaler Morgen – von denen mit trotzenden, weinenden Kindern, urplötzlichen Krankheiten und dringenden Morgenterminen in der Firma rede ich hier ja gar nicht. Das wichtigste ist wie immer, das Lachen nicht zu verlieren, trotz Zeitdruck in den Quatschmodus zu schalten und wenn nichts mehr geht, einfach nur tief zu atmen… Leichter gesagt als getan.

    Danke Lucie für die Anregung! Und morgen früh geht es wieder los. Ich freue mich drauf… und bin stolz drauf!

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