Reisen verboten in der Elternzeit?

Reisen verboten in der Elternzeit?

Die Süddeutsche Zeitung behauptete in einem Artikel im März, dass Elterngeld kein staatlich gesponsertes Urlaubsgeld ist. http://www.sueddeutsche.de/leben/kindererziehung-elterngeld-ist-kein-staatlich-gesponsertes-urlaubsgeld-1.3409153

Liebe Süddeutsche Zeitung – ich bin da ganz anderer Meinung! 

1. Dem Baby ist es egal, wo es umsorgt und umhegt wird, wenn seine Bedürfnisse gestillt werden. Wenn es dann noch zwei entspannte Elternteile um sich herum hat, umso besser. Und wenn diese sich nun mal lieber in der Sonne auf der anderen Erdhalbkugel aufhalten wollen als im matschigen Winter in Deutschland – ist doch super! 

2. Reisen schweißt zusammen. Schon mal vier Monate zu viert auf durchschnittlich 8-10 Qudratmetern verbracht? Ohne Kommunikation, Feinfühligkeit und Verantwortung geht das nicht. Eine so intensive Zeit miteinander zu verbringen wie gemeinsam als Familie reisen, kann durchaus positive Effekte auf spätere Entwicklungen in der Familie haben. Wir sprechen da aus Erfahrung und glauben bis heute daran, dass das enge Geschwisterverhältnis unserer Kinder  durch die unsere längere Reise in der Elternzeit unseres zweiten Kindes nachhaltig positiv geprägt wurde. Abgesehen davon besinnen wir uns alle auf diese Zeit gerne zurück und zerren nach vielen Jahren immer noch davon. Und das kleine Kind hat durch Bilder und Erzählungen mittlerweile auch ein Bild „seiner“ Babyreise. 

3. Grundsätzlich sollte ich meinen Partner nicht erst durch Elternzeit erziehen, wie so ein Alltag mit Baby / Kindern zu wuppen ist. Sondern von Anfang an einen gemeinsamen Weg in dieser Frage finden. Egal, wer arbeitet (und wieviel) oder zu Hause ist. Beim ersten Kind waren wir beide in Eltenzeit zu Hause, zusammen und abwechselnd. Ehrlich gesagt hatten wir mehr voneinander als Familie auf Reisen – und schneller gesehen, wer grad Entlastung wo braucht, als im bekannten Alltag, wo doch stets noch nebenher viel zu tun ist. 

4. Und ganz ehrlich – ich möchte vom Staat nicht vorgeschrieben bekommen, wie ich mit meiner Familie welches Modell zu leben hab. Das darf doch bitte jeder selbst entscheiden. Wenn es so wie bei uns Pari-Pari ist: super! Wenn es ein 100:0 oder ein 80:20-Modell ist – auch super. Hauptsache jede Familie findet das für die richtige, passende Wohlfühlmodell und wird darin unterstützt beziehungsweise findet passende staatliche Rahmenbedingungen vor.

Mein Tipp an alle Freunde mit Baby: verreist. Wenn es Euch Spaß macht. Dahin wo ihr wollt. Und dann zieht die gemeinsame Energie in den Alltag rüber!